Kostenlose Buchhaltungssoftware: Was wirklich gratis ist

Fast jeder Anbieter wirbt mit „kostenlos" — gemeint ist damit meistens eine Testphase von 14 oder 30 Tagen. Wir trennen hier sauber: Welche Programme haben einen dauerhaft kostenlosen Tarif, wo endet die Gratisnutzung nach ein paar Wochen, und wann lohnt sich das Bezahlen wirklich?

Christoph Ballmer Erstellt und geprüft von Christoph Ballmer

Das Wichtigste in Kürze

Programme mit echtem Gratis-Tarif

Diese Anbieter lassen sich dauerhaft ohne Grundgebühr nutzen. Die Grenzen liegen bei den Mengen und beim Funktionsumfang — was im Einzelfall passt, steht im jeweiligen Test.

AnbieterGratis-ModellDATEVBezahltarif abNote
sevDesk 14 Tage alle Funktionen, danach dauerhaft kostenloser Free-Tarif ✓ bleibt kostenlos 4.5 / 5
Accountable Kostenloser Tarif verfügbar – bleibt kostenlos 4.2 / 5
Papierkram Kostenloser Free-Tarif ✓ bleibt kostenlos 4.1 / 5

Nur Testphase — danach kostenpflichtig

Diese Programme sind gute Lösungen, aber eben keine Dauer-Gratis-Angebote. Wer sie als „kostenlose Buchhaltungssoftware" sucht, sollte das Ende der Testphase im Kalender haben.

AnbieterTestphaseDanach abDATEVNote
Lexware Office (lexoffice) 30 Tage kostenlos testen 7.9 €/Monat ✓ 4.6 / 5
WISO MeinBüro 14 Tage kostenlos testen 9 €/Monat ✓ 4.3 / 5
Candis 30 Tage kostenlos testen 389 €/Monat ✓ 4.3 / 5
BuchhaltungsButler Kostenlos testen 15 €/Monat ✓ 4.2 / 5
FastBill 14 Tage kostenlos testen 10 €/Monat ✓ 4.0 / 5

Preise netto, i. d. R. bei jährlicher Abrechnung. Stand 09/2026, ohne Gewähr — maßgeblich ist der jeweilige Anbieter.

Was kostenlose Tarife typischerweise weglassen

Kostenlose Versionen sind selten Sparversionen desselben Produkts — sie lassen gezielt die Funktionen weg, die den Anbietern Geld kosten. In der Praxis sind das fast immer dieselben drei:

Dazu kommen Mengengrenzen: eine begrenzte Zahl an Kunden, Rechnungen oder Belegen pro Jahr. Solange du darunter bleibst, ist ein Gratis-Tarif eine ernsthafte Option.

Die kostenlose Alternative: ELSTER

Unabhängig von jeder Software ist der Weg zum Finanzamt kostenlos: Über das offizielle Portal ELSTER lassen sich Umsatzsteuer-Voranmeldung, EÜR und Steuererklärung ohne Gebühren übermitteln. Was ELSTER nicht leistet, ist alles davor — Rechnungen schreiben, Belege erfassen, Zahlungen abgleichen. Genau dafür ist Buchhaltungssoftware da.

Für Nebenberufler mit wenigen Belegen kann die Kombination aus einem kostenlosen Rechnungstool und ELSTER völlig ausreichen. Sobald regelmäßig Belege anfallen, kippt die Rechnung: Die Zeitersparnis durch Bankabgleich und Belegerkennung ist meist mehr wert als die 10 bis 20 € Monatsgebühr.

Für wen welcher Weg passt

Häufige Fragen

Gibt es wirklich kostenlose Buchhaltungssoftware?

Ja, aber deutlich seltener als die Werbung vermuten lässt. In unserem Vergleich haben 3 von 8 Programmen einen dauerhaft kostenlosen Tarif — alle anderen bieten nur eine befristete Testphase und werden danach kostenpflichtig. Wer „kostenlos" liest, sollte deshalb immer prüfen, ob ein Gratis-Tarif oder eine Testphase gemeint ist.

Ist Papierkram wirklich kostenlos?

Papierkram bietet einen echten Free-Tarif ohne Zeitlimit. Er ist allerdings mengenbegrenzt — die Zahl der Kunden, Rechnungen und Belege ist gedeckelt. Für Nebenberufler und kleine Selbstständige mit wenigen Rechnungen im Monat reicht das oft; wer darüber hinauswächst, wechselt in einen Bezahltarif.

Kann ich meine Steuererklärung kostenlos ans Finanzamt übermitteln?

Ja. Die Übermittlung über das offizielle Portal ELSTER ist kostenlos — Umsatzsteuer-Voranmeldung, EÜR und Steuererklärung lassen sich dort ohne Zusatzkosten einreichen. Der Aufwand liegt bei dir: ELSTER erfasst keine Belege, schreibt keine Rechnungen und gleicht keine Bankumsätze ab.

Reicht eine Excel-Tabelle für die Buchhaltung?

Für eine sehr einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung mit wenigen Belegen kann eine Tabelle genügen. Zwei Punkte sprechen dagegen: Rechnungen müssen die Pflichtangaben nach §14 UStG enthalten, und seit 2025 gilt für Rechnungen zwischen Unternehmen in Deutschland schrittweise die E-Rechnungspflicht in strukturierten Formaten — die eine Tabelle nicht erzeugt. Ohne Gewähr, keine Steuerberatung.

Wann lohnt sich der Wechsel zu einer Bezahl-Version?

Meist an drei Punkten: wenn die Mengengrenzen des Gratis-Tarifs greifen, wenn du den Bankabgleich und die automatische Belegerkennung willst, oder wenn dein Steuerberater einen DATEV-Export braucht. Diese drei Funktionen sind es, die in den kostenlosen Tarifen typischerweise fehlen.

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